Penang ist unsere erste Station in Malaysia und Malaysia ist das erste muslimische Land auf unserer Reise.
Vom Railay Beach ging es zunächst mit dem Boot nach Krabi und von dort aus waren wir 5 Stunden in einem unbequemen Minibus bis zur Grenze bei Hat Yai unterwegs. Der Grenzübertritt war problemlos. Außerdem ist Malaysia auch das erste Land, in dem wir nichts für das Visum bezahlen mussten. Bis nach Penang lagen aber immer noch 4 Stunden Fahrt vor uns. Zum Glück wechselten wir in Hat Yai den Bus und stiegen in einen komfortablen Minibus um, in dem die Fahrt viel erträglicher war. Da Malaysia in einer anderen Zeitzone liegt, „verloren“ wir an der Grenze eine Stunde. Das Gute daran ist, dass es länger hell ist.

Penang ist eine Insel an der Westküste Malaysias und wird auch „Perle des Orients“ genannt. Die Insel ist mit dem Festland über eine 13,5 km lange Brücke verbunden. Damit ist sie die längste Brücke in Malaysia und die viertlängste in Südostasien.
Gegen 21 Uhr kamen wir in George Town an, der Hauptstadt von Penang, und checkten im „The Small Inn“ ein. Der nächste Tag war ein “Organisationstag”: wir mussten uns erstmal einen Reiseführer für Malaysia kaufen, “Ringit”, die malaiische Währung, besorgen, Wäsche waschen lassen und die nächsten Tage planen … und schon war der Tag auch wieder um.
Am Freitag stand Sightseeing auf unserem Programm. George Town ist mit über 700.000 Einwohnern eine ziemlich große Stadt. Hier treffen die verschiedensten Kulturen aufeinander, unter anderem leben hier viele Chinesen, Malaiien, Inder und Engländer. 2008 wurde das historische Zentrum von George Town zum Unesco Weltkulturerbe erklärt. Viele der alten Gebäude wurden restauriert.
Es macht wirklich Spaß durch die kleinen Gassen und Straßen zu laufen. An jeder Ecke gibt es einfache Straßenlokale mit Plastikstühlen davor, die traditionelle Gerichte verkaufen. Oft besteht die “Küche” nur aus ein paar Pfannen und Töpfen auf einem Wagen neben dem Bürgersteig. Zu den typischen Essens-Zeiten, morgens, mittags und abends, herrscht reges Treiben, denn dann treffen sich hier die Einheimischen. Das Leben spielt sich meistens draussen ab, die Leute essen eigentlich immer auf der Straße. Das ist ganz anders als bei uns, wo jeder zu Hause für sich selbst kocht. Aber da gibts ja auch keine Garküchen am Straßenrand 😉
Von Chinesisch über Indisch, Malaiisch, Japanisch bis hin zu westlichen Gerichten gibt es hier alles was das kulinarische Herz begehrt. Viele Straßen sind gesäumt von chinesischen Geschäften. Im Viertel “Little India” haben wir lecker indisch gegessen. Hier gibt es auch viele Geschäfte, in denen man die bunten Saris, die traditionelle indische Kleidung, kaufen kann.
George Town ist eine faszinierende Stadt: Fahrradrikschas, Moscheen, chinesische Tempel, riesige Shoppingmalls, moderne Wolkenkratzer, alte Kolonialbauten, Stelzenhäuser auf dem Wasser… alles das und noch viel mehr findet man auf hier einem Fleck. Eine Besonderheit ist auch “George Town´s Street Art – Kunstwerke die die Straßen der Stadt auf besondere Weise verzieren.
Als wir auf unserem Stadtrundgang eine kleine Pause machten, fanden wir neben uns auf der Bank ein Mobiltelefon. Das Mädchen, dass vorher hier neben uns saß, hatte es wohl vergessen. Wir nahmen es erstmal an uns und warteten, vielleicht merkt sie es und kommt bald zurück, dachten wir. Nach 15 Minuten Warten gingen wir weiter und versuchten später ihre Mutter zu erreichen. Sie konnte zum Glück alles organisieren, so dass Aqila ein paar Stunden später vor unserem Hotelzimmer stand und froh war ihr Telefon wieder zu haben.
Aqila kommt aus Melaka und studiert dort. Sie war wie wir als Tourist in Penang und machte Urlaub. Als kleines Dankeschön hat sie uns für den nächsten Tag zum Durian-Festival eingeladen. Wir waren gespannt darauf und freuten uns auf den Ausflug.

Am Samstag Nachmittag holten uns Aqila, ihre Schwester Shasha und deren Freundin Jennifer mit dem Auto vom Hotel ab. Die 3 waren selbst noch nicht bei dem Durian-Festival, essen aber sehr gerne diese in Südostasien sehr beliebte Frucht. Die bergige Gegend um Balik Pulau in der Nähe von George Town ist einer der besten Plätze für den Durian-Anbau. Es gibt viele verschiedene Sorten und momentan ist gerade Erntezeit. Deshalb verkaufen viele Farmen am Straßenrand die ziemlich penetrant riechenden Früchte. Nicht umsonst werden sie auch Stinkefrucht genannt und sind in vielen Hotels verboten. Auf dem Weg zum Festival hielten wir als erstes an der Tropical Fruit Farm an. Die drei Mädels erklärten uns die unterschiedlichen tropischen Früchte und wir probierten sie natürlich auch. Als nächstes stoppten wir an einem Durian-Stand und bekamen unsere erste Kostprobe dieser Frucht. Das gelb-orange Fruchtfleisch ist cremig und hat uns vom Geschmack an süße Zwiebeln erinnert. Nicht so ganz unser Fall, aber den Mädels hats geschmeckt. Schlußendlich hat jede von ihnen fast eine ganze der recht großen Früchte verdrückt. Kein Wunder, dass es ihnen danach nicht mehr so gut ging…
Das Durian-Festival konnten wir aber nicht finden und so machten wir uns wieder auf den Rückweg nach George Town. Wir legten noch einen Zwischenstopp am „Tropical Spice Garden“ ein und spazierten dort durch die exotische Pflanzen- und Gewürzwelt Malaysias.

Unsere 3 persönlichen Reiseführer schlugen uns „Nasi Kantar“ zum Abendessen vor. Das ist ein typisches Gericht aus Reis, mit verschiedenen Curries, Meeresfrüchten, Fleisch, in Salz eingelegten Eiern und Gemüse, je nachdem was man gerne möchte. Man sucht sich einfach etwas am Essenstand aus. Der Stand war bei den Einheimischen so beliebt, dass wir eine ganze Stunde Schlange stehen mussten, bis wir endlich unser Essen kurz vor Mitternacht bestellen konnten. Ein richtig schöner Tag ging zu Ende und wir haben von Aqila, Shasha und Jennifer viel über ihr Land und ihre Kultur erfahren.

Am Sonntag waren wir mit ihnen zum Frühstück verabredet. Danach hieß es erstmal Abschied nehmen. Aber Jennifer und Shasha werden wir in Kuala Lumpur wiedertreffen und Aqila in Melaka. Leider regnete es seit früh ziemlich heftig. Als es dann am Nachmittag endlich aufhörte, sind Seppel und ich noch ein bisschen durch die Straßen gebummelt. Wir besuchten die „Clan Jetties“, das sind Wohnhäuser auf Stelzen, die am Hafen stehen und von Chinesen gebaut wurden. Danach gings noch durch „Little India“, wo wir Tandoori-Hühnchen mit Naan, dem indischen Brot, aßen.

Am letzten Tag auf Penang fuhren wir mit dem Bus zum Penang Hill. Von dem 821m hohen Berg hat man einen tollen Blick auf George Town, die Umgebung und die Penang Brücke. Am nächsten Morgen ging es für uns dann weiter in die Cameroon Highlands.