Durch die Berge fuhren wir mit dem Bus von Quito nach Otavalo. Dort übernachteten wir im Hostal Rincon del Viajero. Otavalo liegt nördlich von Quito und ist umgeben von 3 Vulkanen. Die Stadt liegt auf etwa 2500m Höhe und ist vor allem bekannt wegen ihrer farbenfrohen Märkte.
Jeden Samstag ist in Otavalo großer Markttag. Morgens ab 6 Uhr findet immer ein Viehmarkt statt. Schon auf dem Weg zum Marktplatz sahen wir die Einheimischen mit Schweinen, Kühen, Schafen, Lamas und Alpakas an der Leine zum Markt gehen. Aus allen Ecken quiekte, muhte und gackerte es und auf dem Marktplatz herrschte reges Treiben. Den größten Teil nahm der Kuhmarkt ein. Zwischen den Tieren standen die Verkäufer und verhandelten miteinander. Daneben wurden Schweine, Ziegen und Schafe angeboten. Uns es gab auch haufenweise Küken, Hühner, kleine Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Hasen. Bei uns zu Hause könnte man sich das so gar nicht vorstellen.
Viele der Einheimischen trugen ihre schöne traditionelle Kleidung. Die Männer haben meistens weiße Hosen und einen dunklen Poncho an, die Frauen tragen dunkle Röcke, weiße, bunt bestickte Blusen mit einem bunt gewebten Gürtelband und goldene Ketten und Armreifen. Außerdem haben die meisten Männer und Frauen dicke, lange, schwarze Zöpfe.
Viele kommen aus den umliegenden Bergen um ihre Waren hier zu verkaufen. Sie tragen alles in einem großen Tuch auf dem Rücken, von Kindern bis hin zu Bierkästen. Es war eine schöne Kulisse mit den Bergen im Hintergrund. Schon früh am Morgen duftete es nach verschiedenen Speisen und an den Essensständen blubberte es im Suppentopf und auch ganze gebratene Schweine lagen schon zum Essen bereit. Früh morgens um 7 ein deftiger Schweinebraten… was will man mehr 😉
Nachmittags bummelten wir durch die Märkte in der Stadt. Eigentlich war die ganze Stadt fast wie ein einziger riesiger Markt. Vom zentralen Platz Plaza de Ponchos bis in die kleinen Straßen und Gassen gab es überall Marktstände mit Webwaren, Kleidung aus Alpakawolle, Schmuck, Hüte, Lederwaren, Holzgegenstände, Souvenirs… Dieser Markt gilt daher als der Gröβte seiner Art in ganz Südamerika.
Aber auch einen Obst-, Gemüse- und Essensmarkt entdeckten wir. Hier sprach uns auf einmal ein Einheimischer auf Deutsch an. Wir erzählten ein bisschen und erfuhren, dass er Geigenbauer ist und seit 20 Jahren in Flensburg lebt. Zusammen mit seiner Familie verbrachte er gerade seinen Urlaub hier in seiner Heimat. Er wollte auch gern etwas mit uns unternehmen und uns die Umgebung zeigen, aber leider reichte unsere Zeit nicht mehr aus, denn nach 3 Tagen in Otavalo fuhren wir wieder zurück nach Quito um von dort weiter nach Peru zu fliegen.