Koh Kong ist ein kleiner Ort 10 km vor der thailändischen Grenze und war die letzte Station unserer Kambodscha-Tour. Der Ort selbst hat nicht so viel zu bieten, aber dafür seine Umgebung umso mehr: einsame Strände, dichte Regenwälder, Wasserfälle und riesige Mangrovenwälder.
Von Sihanoukville aus waren es 4 Stunden Busfahrt bis Koh Kong. Unsere Unterkunft „Thmorda Garden Riverside Resort“ liegt abseits der Stadt direkt am Fluss Stung Koh Poi und umgeben von Mangroven.
Das Restaurant des Gästehauses steht auf Stelzen direkt auf dem Wasser. Von dort aus sind wir abends mit dem Kajak raus auf den Fluss gefahren um im Dunkeln Glühwürmchen zu sehen. Es sah aus wie Weihnachtsbaumbeleuchtung, ganz helle Punkte überall in den Mangroven. Und bei jedem Paddelschlag leuchtete auch das Plankton im Wasser. Dieses Naturschauspiel war echt faszinierend.

Bootstour zur Koh Kong Insel und durch die Mangroven

Am nächsten Morgen fuhren wir zum ersten Mal zu dritt auf einem Moped. Da darf man keine Berührungsängste haben. Unser Moto-Fahrer brachte uns über die 2km lange Mautbrücke über den Fluß bis zur Bootsanlegestelle von Koh Kong und zusammen mit Yen und Fritz aus Berlin ging es mit dem Boot zur Koh Kong Insel. Der Bootsmotor knatterte die ganze Zeit laut in unseren Ohren. Es dauerte gute 2 Stunden bis wir endlich den einsamen Strand erreichten. Dort erwartete uns weißer Sand, türkisblaues Wasser, blauer Himmel und Sonnenschein… . Was will man mehr?! Während unser Bootsfahrer und der Guide das Mittagessen zubereiteten (es gab gegrillten Barracuda mit Gemüse) stürzten wir uns in die Fluten und schnorchelten. Die Sicht war leider nicht so gut und irgendwie juckte es uns auf einmal überall. Wir dachten erst wir reagieren allergisch auf das Wasser. Da es aber bei Yen und Fritz genau so war, vermuten wir, dass uns einige Sandfliegen erwischt hatten. Man sieht die Stiche nicht sofort und sie jucken auch noch Tage später.
Nach dem Mittagessen hatten wir noch ein bisschen Zeit am Strand und dann ging es auch schon wieder mit dem Boot auf den Rückweg. Bevor wir wieder nach Koh Kong fuhren, ging es noch zu den Mangroven. Auf einem Holzsteg liefen wir mitten durch den Mangrovenwald.

Den Abend verbrachten wir wieder im Restaurant unserer Unterkunft, dem „Thmorda Crab House“. Es ist bekannt für seine Krabbengerichte. Wir probierten „Soft Shell Crab mit Pfeffer und Knoblauch“. Soft Shell Crab oder auch Butterkrebs nennt man Krebse, die sich erst kürzlich gehäutet haben und deshalb eine weiche Schale haben. Unsere Krabbe war frittiert und wir konnten sie komplett mit allem drum und dran essen. Es war wirklich sehr lecker.

Am nächsten Tag haben wir einfach mal nichts gemacht und die Ruhe genossen.

Trekking durch den Dschungel des Kardamom-Gebirges

Nach unserem Ruhetag stand unsere fünfte Dschungeltour auf dem Programm. Dieses Mal führte es uns in den dichten, grünen Wald des Kardamomgebirges. Dieser Dschungel im Westen Kambodschas wird vom Staat geschützt und ist deshalb noch sehr ursprünglich.
Zusammen mit vier anderen (ein Deutscher, ein Amerikaner, eine Holländerin und ein Italiener) fuhren wir auf der Ladefläche eines Pick-ups 40 km bis zum Startpunkt unserer Tour. Dann hieß es Hosen in die Socken stecken. Unsere Schuhe mitsamt Socken wurden mit einer Flüssigkeit eingesprüht, die aussah wie Kakaomilch. Sie sollte gegen Blutegel schützen. Dann ging es los in den Wald. Auf einem kleinen Pfad wanderten wir in Richtung Tatai Wasserfall. Zwischendurch mussten wir uns immer wieder von Blutegeln befreien. Die waren echt nervig und haben sich ständig an unseren Schuhen und Socken festgesaugt. Zum Glück kamen sie aber nicht durch. Am Wasserfall angekommen konnten wir eine Runde schwimmen bevor es Mittagessen gab. Die anderen vier wollten die Nacht im Dschungel verbringen. Seppel und ich hatten uns für die Tagestour entschieden. Deshalb machten wir uns nach dem Mittagessen mit einem der Guides wieder auf den Rückweg. Leider haben wir nicht sehr viele Tiere gesehen, nur eine kleine grüne giftige Schlange und ein paar große Spinnen liefen uns über den Weg. Trotzdem hat uns der Dschungel sehr gut gefallen, weil er noch so ursprünglich ist. Unser Guide war aber nicht so gesprächig und wir mussten ihm fast jedes Wort aus der Nase ziehen und etwas mehr über die Flora und Fauna zu erfahren.

Bevor wir Kambodscha verlassen wollten, legten wir einen weiteren Ruhetag in Koh Kong ein. Danach hieß es erstmal Abschied nehmen von Kambodscha … .