Der Mulu Nationalpark wurde im Jahr 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt und bedeckt eine Fläche von 530qkm. Benannt nach dem Berg Mulu ist der Park vor allem berühmt für seine gigantischen Höhlensysteme.
Mit einem kleinen Flugzeug (für gerade mal 68 Passagiere) ging es in nur 25 Minuten von Miri in den Mulu Nationalpark. Das war bisher unser kürzester Flug in der kleinsten Maschine. Weit und breit sahen wir nur Bäume und ab und zu schlängelte sich ein brauner Fluss durch den Regenwald.
Vom Flughafen waren es nur ein paar Gehminuten bis zu unserer Unterkunft im „d´Cave Homestay“. Es erinnerte uns eher an eine Garage als an ein Gästehaus: provisorische Holzwände, die nicht ganz bis zur Decke reichten, alles sehr einfach und spartanisch eingerichtet. Unser Zimmer war gleich neben der Küche und da die Wände ja nicht bis zur Decke reichten, war es fast so, als ob wir in der Küche schliefen. Aber die Lage zum Nationalpark war super und da alle Betten im Park bereits belegt waren, hatten wir Glück hier noch eine Schlafgelegenheit gefunden zu haben. Die ersten zwei Nächte verbrachten wir in dem „Küchenzimmer“, für die letzte Nacht hatten wir Betten im 9-er Zimmer.

Claudius, Seppels Freund und Fußballkumpel aus Basel, war auch gerade in Borneo unterwegs und wir hatten uns mit ihm hier verabredet. Nachdem er am Nachmittag in Mulu ankam, machten wir uns gemeinsam auf zum Nationalpark-Büro um uns zu informieren, was man alles unternehmen kann. Wir hatten großes Glück und konnten noch drei Plätze in verschiedenen Touren buchen. Normalerweise sind die Touren schon lange im Voraus ausgebucht. Darauf und auf unserer Wiedersehen haben wir dann erstmal mit einem kalten Bier angestossen.

6. Juli 2013: „Garden of Eden Valley Walk“

Am nächsten Morgen mussten wir früh aus den Federn. Für heute hatten wir die Tour zum „Garden of Eden“ gebucht. Unsere Gruppe bestand aus 8 Leuten inklusive des Guides. Wir starteten die Tour auf Holzstegen durch den Regenwald bis wir die erste Höhle erreichten, die „Deer Cave“. Sie ist mit 2km Länge und 174m Höhe die weltweit längste bekannte Höhlenpassage. Die Deer Cave beheimatet bis zu 3 Milionen Fledermäuse, die abends auf der Suche nach Futter ausfliegen. In der Höhle roch es demzufolge ziemlich streng. Ausgerüstet mit Stirnlampen ging es dann zum abenteuerlichen Teil der Wanderung über. Wir kletterten in der Dunkelheit über rutschige Felsen, zwängten uns durch Spalten, durchquerten mehrmals den Eden Fluss und erreichten schliesslich am anderen Ende der Höhle den „Garden of Eden“, eine grüne Oase im Sonnenlicht. Dann ging es weiter durch den Fluss und durch den dichten Regenwald. Ab und zu wollte sich ein Blutegel an uns festsaugen, aber wir haben sie erfolgreich abwehren können. Unser Ziel war ein Wasserfall, der sich in mehreren Stufen die Felsen entlang schlängelt. Am Wasserfall machten wir dann erstmal Mittagspause. Es gab Reis mit Hühnchen und danach eine Abkühlung im Wasserfall.

Auf dem Rückweg fing es heftig an zu regnen. Es ging wieder durch die Deer Cave und ich machte hier leider etwas nähere Bekanntschaft mit einer kleinen Felsspalte, in die ich mit einem Bein hinein rutschte. Ein riesiger blauer Fleck am Oberschenkel war anschliessend mein „Souvenir“. Nach der Deer Cave zeigte unser Guide uns noch die „Lang’s Cave“: eine kleine Höhle mit ganz vielen Tropfsteinen.
Da es regnete warteten Seppel und ich nicht auf den „Ausflug“ der Fledermäuse und wir machten uns wieder auf den Heimweg.

7. Juli 2013: „Wind Cave & Clearwater Cave“

Mit einem kleinen Boot fuhren wir am Morgen den Dschungelfluss entlang bis zu einem Dorf, wo ein kleiner Markt aufgebaut war. Die Dorffrauen verkauften hier überwiegend selbstgemachten Schmuck und kleine Souvenirs. Nach einem kurzen Stopp ging es weiter zur „Wind Cave“. Wie der Name schon sagt, spürt man im Inneren der Höhle einen kühlen Wind. Danach stand die Clearwater Cave auf unserem Programm. Diese ist mit einer Länge von 107 km ein riesiges Tunnelsystem mit einem unterirdischen Fluss und Gängen, die bis zu 350 m in die Tiefe reichen. Sie gilt als die längste Höhle Südostasiens und gehört auch zu den längsten der Welt. Das kristallklare Wasser des Flusses gab der Höhle ihren Namen. Nach dem Besuch der Clearwater Cave war noch Zeit für ein kleines Bad im Fluss am Höhlenausgang bevor es mit dem Boot wieder zurück ging.

8. Juli 2013: Canopy Skywalk & Rückflug nach Miri

Mulu’s 480m langer Spazierweg auf Hängebrücken durch die Baumkronen bietet eine tolle Sicht auf und in den Regenwald. Um hoffentlich auch einige Tiere zu Gesicht zu bekommen, machten wir uns zusammen mit einem Guide in einer kleinen Gruppe schon frühmorgens auf den Weg. Wir wanderten wieder durch den Regenwald bis zum Canopy Skywalk, der in 15 bis 25m Höhe durch die Baumwipfel führt. Wir hörten jede Menge Vogelgezwitscher, sahen Schmetterlinge, Vögel und Insekten. Und dann bewegten sich die Baumkronen und wir konnten ein paar Affen entdecken. Leider waren sie ziemlich weit weg und verschwanden auch schnell wieder im dichten Dschungel.
Nach dem Frühstück hiess es dann Sachen packen und auf zum Flughafen. Am Flughafen von Miri verabschiedeten wir uns von Claudius. Wir verbrachten noch eine Nacht in Miri, bevor wir uns am nächsten Tag auf den Weg in das kleine Land Brunei machten.