Unsere Reise führte uns weiter in den Osten Borneos, in den Fischerort Semporna. Vor der Küste Sempornas liegen einige der schönsten Tauchplätze der Welt. Der bekannteste davon ist Sipadan.
Mit dem Bus dauerte es 5 Stunden bis nach Semporna, wo wir am Nachmittag ankamen. Da die phillipinischen Inseln nicht weit entfernt sind, leben hier viele illegale philippinische Einwanderer. Schon beim Zwischenstopp an einer Tankstelle machten wir unsere erste, leider sehr traurige, Begegnung mit einigen philippinischen Kindern, die bettelten. Sie sahen sehr verwahrlost aus und es tat einem in der Seele leid, die Kinder so zu sehen. Auch nach unserer Ankunft am Busbahnhof in Semporna machten sich gemischte Gefühle in uns breit. Die Atmosphäre der Stadt war ziemlich bedrückend und die Armut deutlich zu sehen. In Malaysia haben wir diese Erfahrung bisher noch gar nicht gemacht. Es war sehr dreckig, überall lag Müll herum. Wir sahen ältere Menschen und auch wieder Kinder, die bettelten. Es ist schwer sie zu ignorieren und man kann leider nicht jedem etwas geben.
Unser Weg zum Gästehaus führte vorbei an einer großen Moschee und einem Markt mit Ständen voller Obstberge. Zusammen mit Debbie und Yves quartierten wir uns in der Scuba Junkie Dive Lodge ein und machten uns gleich nach dem Check-in zum gleichnamigen Tauchshop auf um uns über die Tauchausflüge zu informieren. Eigentlich wollten wir auf der Insel Mabul übernachten, aber alle Zimmer waren bereits ausgebucht. Für Sipadan waren leider auch keine Plätze zum Tauchen mehr frei. Sipadan ist sehr beliebt bei Tauchern, aber die Anzahl der Besucher ist pro Tag auf 120 Personen begrenzt. Wir hätten zwar noch bei einer anderen Tauchschule buchen können, aber da der Preis für einen Tag tauchen in Sipadan fast dreimal so hoch war wie das Tauchen an den anderen Tauchplätzen haben wir uns dann dagegen entschieden. Somit buchten wir für die nächsten zwei Tage insgesamt 6 Tauchgänge und freuten uns auf die Unterwasserwelt.
Am Abend gingen wir auf der Suche nach einem Supermarkt noch einmal durch den Ort. Es war gerade Gebetszeit und in und um der Moschee (man konnte an den Seiten hineinschauen) waren sehr viele Männer beim Gebet zu sehen. Nach einem gemeinsamen Abendessen, gab´s noch ein Bierchen und wir lauschten noch ein bisschen der Band, die in der Scuba Junkie Bar spielte.

Am nächsten Morgen ging es endlich wieder zum Tauchen. Mit dem Boot fuhren wir eine Stunde raus auf´s Meer bis vor die Insel Mataking. Der erste Tauchplatz hieß „Mataking Postbox“ und wie der Name schon sagt, handelte es sich hier um einen Briefkasten. Dieser befindet sich an einem kleinen Schiffswrack auf dem Meeresgrund. Zusammen mit unserem einheimischen Divemaster Aziz und William aus Schottland starteten wir den ersten Tauchgang. Bei super Sicht im türkis-glasklaren Wasser konnten wir jede Menge große und kleine Unterwassertiere entdecken: z.B. eine winzige Orang-Utan Krabbe, einen Trompetenfisch, Skorpion- und Feuerfische, den schönen Harlekin-Süßlippenfisch und ein paar große grüne Meeresschildkröten. Aziz hat wirklich ein gutes Auge, besonders für die kleinsten Lebewesen unter Wasser.
Am zweiten Tauchplatz sahen wir u.a. einen riesigen Barrakuda, eine Seenadel, einen Porzellankrebs und einen Pfeifenfisch. Zum Mittagessen ging es an den Strand der paradiesischen Mataking-Insel. Beim dritten und letzten Tauchgang an diesem Tag konnten wir insgesamt 15 große Unterwasserschildkröten zählen. Es ist sehr faszinierend diesen Tieren unter Wasser zu begegnen. Außerdem sahen wir noch einen gelben, schwarz gepunkteten Kofferfisch. Der Tauchtag war super und mit vielen bunten Bildern im Kopf fuhren wir wieder zurück nach Semporna.

Am nächsten Tag fuhren mit dem Boot zur Insel Mabul. Hier fällt der Unterschied von arm und reich besonders stark ins Auge. Links vom Bootssteg befinden sich am Strand zusammengezimmerte Hütten, die so aussehen als ob sie keinem Windhauch standhalten könnten. Rechts liegen Urlauber auf Liegen am Strand vorm Hotelresort und sonnen sich. Das ist ein sehr seltsames Bild und wir waren froh, dass wir hier doch kein Zimmer bekommen hatten. Es ist schwer vorstellbar, sich hier an den Strand zu legen, wo direkt nebenan die Menschen offensichtlich in sehr großer Armut leben. Unsere Tauchschule Scuba Junkie versucht, die Dorfbewohner etwas zu unterstützen, in dem sie ihnen z.B. Mülltonnen zur Verfügung stellen und diese zur Leerung mit zum Festland nehmen. Damit wird natürlich auch die Unterwasserwelt geschützt, da ziemlich viel Müll auf und im Wasser landet.
Auch am zweiten Tag waren wir dreimal tauchen und mussten bei einem Tauchgang sogar mit aller Kraft gegen die starke Strömungen ankämpfen. Das war ziemlich anstrengend. Dieses Mal sahen wir einige große Fischschwärme, Stachelrochen und sogar einen Tintenfisch.

An unserem vorletzten Tag in Semporna und auf Borneo mieteten wir uns zusammen mit Debbie und Yves ein kleines Boot und machten einen Schnorchelausflug zur Insel Sibuan. Unser Fahrer musste aber erst noch die Schnorchelausrüstung für die beiden Belgier organisieren und so fuhren wir erstmal in ein kleines Stelzendorf auf dem Wasser. Ein paar Kinder beobachteten uns die ganze Zeit und winkten schüchtern zu uns rüber, während wir auf den Bootsfahrer warteten. Angekommen an der Insel stiegen wir sofort ins Wasser. Die Sicht war super und es gab jede Menge wunderschöne Korallen. Das Highlight waren ein paar Meeresschildkröten, die nur wenige Meter von uns entfernt waren. Dank Unterwasserkamera konnte Seppel ein paar tolle Schnappschüsse von ihnen machen.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen hiess es dann „Auf Wiedersehen“ vom Naturparadies Borneo. Die Insel hat uns mit ihrem dichten grünen Dschungel, den schönen Nationalparks und der faszinierenden Tierwelt super gefallen. Mit dem Minivan wurden wir zum Flughafen nach Tawau gebracht und stiegen in das Flugzeug zurück nach Kuala Lumpur…